Thälmann-Park                             
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Das Zeiss-Großplanetarium

Der ursprüngliche Vorschlag, in einem der Gasometer ein Planetarium einzurichten, wurde mit der Gasometer-Sprengung im Juli 1984 Makulatur. Im selben Jahr regte jedoch Erich Honecker den Neubau eines Zeiss-Großplanetariums im Thälmann-Park an.

Spätestens nachdem sich 1978 mit Sigmund Jähn ein DDR-Bürger als erster Deutscher für mehrere Tage im Weltall aufgehalten hatte, stieg das Interesse der Bevölkerung an Astronomie und Raumfahrt rasant. Zudem wollte die DDR bei der Erforschung des Weltalls auch international ein bedeutender Akteur werden. Diese Facette des dem DDR-Sozialismus immanenten Glaubens an den wissenschaftlich-technischen Fortschritt sollte schließlich in einem der zu jener Zeit modernsten Sterntheater Europas Ausdruck finden.

Kapitel der Ausstellung

Freiflächenkonzeption für das Gelände rund um das Planetarium.
Magistrat von Berlin, Büro für Städtebau, u.a. Erhard Stefke, 1986
(IRS Erkner/Wiss. Samml., Bestand Erhard Stefke)

Concept for the open spaces for the area around the planetarium.
Magistrate of Berlin, Bureau for Urban Development, 1986
(IRS Erkner, Scientific Collections, Erhard Stefke Papers)

Der unverwechselbare, mit Aluminium verkleidete Kuppelbau und dessen Ausstattung im Inneren waren auch ein öffentlichkeitswirksamer Ausdruck der technischen Leistungsfähigkeit Ost-Berlins und der DDR. Nicht zuletzt der hochmoderne Sternenprojektor „Cosmorama“ des VEB Carl Zeiss Jena machte das Planetarium auch zu einer Demonstrations- und Ausbildungsstätte des weltweit bekannten Betriebs und damit zum Anziehungspunkt für Besucher*innen aus dem In- und Ausland. Als Bildungs- und Kulturstätte zur Vermittlung in den Bereichen Astronomie, Raumfahrt, Philosophie, Kulturgeschichte und Technik sprach das Planetarium aber zuallererst die breite Bevölkerung an.

Das Großplanetarium wurde in einem zweiten Bauabschnitt errichtet und anders als das Thälmann-Denkmal und die Wohnbauten erst 1987, zum 750-jährigen Stadtjubiläum Berlins, eingeweiht. Es gehört nicht zum eingetragenen Denkmalbereich der Siedlung und ist auch als Einzelgebäude nicht auf der Berliner Denkmalliste zu finden. Zwischen 2014 und 2016 wurde es jedoch für 13 Millionen Euro komplett saniert und mit neuester Technik ausgestattet. Heute erfreut sich das Planetarium großer Beliebtheit, was insbesondere einem vielfältigen kulturellen und wissenschaftlichen Veranstaltungsprogramm zu verdanken ist und sich in hohen Publikumszahlen widerspiegelt.

The Zeiss Major Planetarium

The original idea to establish a planetarium within one of the gasometers became pointless when they were demolished in July 1984. However, the same year saw Erich Honecker propose the construction of a Zeiss Major Planetarium in Thälmann-Park.

At the latest when Sigmund Jähn, a GDR citizen, stayed in space for some days in 1978, the interest of the population in astronomy and spacetravel rapidly increased. What is more, the GDR wanted to become an important player concerning the exploration of space, also on international level. This aspect of the belief in scientific and technical progress, being inherent in GDRsocialism, eventually resulted in one of the then most modern star theatres of Europe.

The unique domed building, clad with aluminium, and its interior furnishing were also an effective publicity for the technical efficiency of East Berlin and the GDR. Not least the ultra-modern star projector „Cosmorama“ of VEB Carl Zeiss Jena made the planetarium be also a presentation location and training centre of the world-wide known firm and thus an attraction for visitors from inland and abroad. An educational and cultural site imparting astronomy, space travel, philosophy, cultural history, and technics, the planetarium first and foremost addressed the broad population though.

The Major Planetarium was erected in a second construction phase and other than the Thälmann monument and the residential houses it was only inaugurated in 1987 when Berlin’s 750th anniversary was celebrated. It does not belong to the registered heritage site of the settlement, and it is not enlisted in Berlin’s heritage list as a single building either. Nevertheless between 2014 and 2016 it was completely renovated for 13 million Euros and received newest technical devices. Today the planetarium is highly popular, especially due to a manifold cultural and scientific event programme which finds expression in high audience numbers.

Abbildungen aus der Broschüre Zeiss-Großplanetarium Berlin. Ein Wegweiser, 1988
URANIA-Verlag Leipzig, Jena, Berlin (Hrsg.) im Auftrag des Zeiss-Großplanetariums
(Stiftung Planetarium Berlin)

From the brochure Zeiss-Großplanetarium Berlin. Ein Wegweiser, 1988
Published by URANIA publishing house on behalf of the Zeiss Major Planetarium
(Stiftung Planetarium Berlin)