Thälmann-Park                             
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WBS 70 und WHH GT 84/85

Der industrielle Wohnungsbau im Thälmann-Park


Schaubilder der Wohnzeilen des Typs WBS 70. Die wenigen baulichen und gestalterischen Besonderheiten wie verglaste Loggien und die als neuntes Geschoss aufgesetzten vier Maisonette-Wohnungen sollten die Wirkung der Gebäude abwechslungreicher und dynamischer machen.
Broschüre Dokumentation zur Investitionsvorbereitung „Ernst-Thälmann-Park“, 1983
(IRS Erkner/Wiss. Samml., Bestand Hartmut Pautsch)

Sketches of the residential lines of the WBS 70 type. The few architectonic and creative pecularities such as glassed loggias and four maisonettes, added as the ninth storey, were meant to make the impression of the buildings more varied and dynamic.
From the brochure with the documentation of the investment preparation, 1983
(IRS Erkner, Scientific Collections, Hartmut Pautsch Papers)

Aus den elf gestalterisch und städtebaulich zum Teil sehr interessanten Beiträgen wurde von der Wettbewerbsjury der Beitrag des VEB Wohnungsbaukombinat (WBK) Berlin unter Helmut Stingl mit dem zweiten Preis ausgezeichnet und damit am höchsten bewertet.

Hauptauftragnehmer für den Wohnungsbau im Thälmann-Park wurde ebenfalls das WBK Berlin. Die endgültige städtebauliche und gestalterische Konzeption stammte jedoch von einem Kollektiv der Aufbauleitung Sondervorhaben Berlin unter Leitung Ehrhardt Gißkes. Dieser finale Entwurf hatte mit dem prämierten Beitrag des Kollektivs Stingl nicht mehr viel gemeinsam. Geplant waren nun 1337 neue Wohnungen. Diese sollten in mehrgeschossigen Wohnzeilen der WBS 70 und vier Wohnhochhäusern in Großtafelbauweise eines eigens neu entwickelten Typs (WHH GT 84/85 ETP) errichtet werden. Insgesamt wirkte die zur Ausführung bestimmte Konzeption, die im Dezember 1982 von der Staats- und Parteiführung bestätigt wurde, stark vereinfacht. Sie lässt vermuten, dass der Schaffung möglichst vieler neuer Wohnungen eine größere Bedeutung beigemessen wurde als zuvor. Im finalen Entwurf sah man zudem die wichtigste Maßgabe bestmöglich erfüllt: die optimale Wirkung des Denkmals.

Die entsprechende kulissenhafte Wirkung erzeugten die Neubauten schließlich durch ihre Größe, Anordnung und zurückhaltende Gestaltung, weniger durch die Exklusivität ihrer Architektur oder Ausstattung. Losgelöst von ihrer Umgebung wurden die Wohnbauten so zu einem konzeptionellen Teil des Denkmals.

Die Siedlung Thälmann-Park schuf aber eben auch modernen Wohnraum für rund 4000 Menschen und wurde so, abseits ihrer Rolle als Denkmalkulisse, zum Identifikationsobjekt für die Be- und Anwohner*innen. Neben dieser Doppelfunktion macht auch ihre Einbettung in eine landschaftsparkähnliche Grünanlage die Siedlung zu einem einzigartigen Wohnungsbauprojekt der 1980er Jahre.

Kapitel der Ausstellung

 

WBS 70 and GT 84/85 residential towers
Industrial housing in Ernst-Thälmann-Park

There were eleven competition entries, some of whom being rather interesting as regards urban development. The jury gave the second and highest prize to the entry of VEB Wohnungsbaukombinat (WBK) Berlin under the direction of Helmut Stingl.

WBK Berlin became also the main contractor for the house building in Thälmann-Park. The final urban and creative design though came from a collective of the construction management for special projects in East Berlin led by Ehrhardt Gißke. This definitive draft did not have much in common anymore with the rewarded entry of the Stingl collective. Now 1,337 new flats were planned. They were meant to be erected as multi-storey residential lines of the WBS 70 type as well as four residential towers in large-panel construction according to a newly developed type (WHH GT 84/85 ETP). Overall the concept to be realised, which was confirmed by the state and party leadership in December 1982, appeared to be greatly simplified. One has the impression that it put more weight than before on putting up as many new flats as possible. What is more, the final draft was regarded as meeting the most important demand in the best possible way—the maximal impact of the monument.

The consequential stage-like effect of the new buildings proceeded from their size, location, and modest design, less so due to their exclusive architecture or furnishings. Detached from their surroundings, the residential buildings thus became a conceptual part of the monument.

Nevertheless, the Thälmann-Park settlement offered living space for ca. 4,000 people. By doing so, it became an object of identification for the local residents and indwellers, apart from its role as a backdrop for the monument. Besides this dual function, the settlement being embedded in green facilities which appear landscape park-like, it is a unique residential building project of the 1980s.

 

Schaubilder der Wohnhochhäuser des Typs WHH GT 84/85. Charakteristisch für diesen neuen Typ ist der stark gegliederte
Grundriss, der sich in der aufgefächerten Fassade mit ihren dreieckigen Balkonen und dem Wechsel aus offenen und geschlossenen Flächen widerspiegelt. Je nach Blickrichtung ergibt sich eine andere Wirkung der Gebäude.
Broschüre Dokumentation zur Investitionsvorbereitung „Ernst-Thälmann-Park“, 1983
(IRS Erkner/Wiss. Samml., Bestand Hartmut Pautsch)

Sketches of the residential towers of the WHH GT 84/85 type. A characteristic element of this new type was its strongly
structured ground plan which mirrors in a fanned out façade with triangular balconies and open and closed surfaces in alternation. Depending on the viewing direction the buildings appear differently.
From the brochure with the documentation of the investment
preparation, 1983
(IRS Erkner, Scientific Collections, Hartmut Pautsch Papers)